MEDIATION

 

Was heißt Mediation ? 

Mediation ist eine Form der friedlichen Konfliktregelung. Im englischen bezw. amerikanischen Raum heißt es „mediation“ , gleichwohl ist das Wort natürlich lateinischen Ursprungs. „Medius“ bedeutet „in der Mitte befindlich“, „vermittelnd“, „neutral“ und da Substantiv „medium“ bedeutet „Mitte“ oder „Mittelpunkt“. Mediation wird deshalb normalerweise übersetzt mit Mittlung oder Vermittlung in Konflikten. Das Wort „Mediator“ hat es früher auch schon einmal gegeben. Im Duden ist es aufgeführt als veralterte Form für „Vermittler“ oder „Schiedsrichter“.

 

Was ist Mediation? 

Bei der Mediation handelt sich um ein Verfahren, um eine Form der Gesprächsführung, die bei Streitfällen, bei Konfliktfällen Anwendung findet. Und zwar in den unterschiedlichsten Bereichen:
In der Familie, Scheidungsmediation,  in der Schule, im Umweltbereich,
 im Umfeld der Strafgerichtsbarkeit, in der Politik.

Attraktiv ist dieses Verfahren vor allem aus den folgenden 3 Gründen:

  1. Weil es klar strukturiert ist.
  2. Weil es Ziel-und Zukunftsorientiert ist
  3. Weil es Klientenzentriert ist.

 

Anders gesagt: man arbeitet im Rahmen einer vorgegeben Struktur auf Lösungen hin und nimmt dabei die Kompetenz der Betroffenen, ihre Probleme selbst zu bewältigen, sehr ernst.
Mediation geht konstruktiv mit Konflikten um. Konflikte werden nicht bekämpft oder unterdrückt, sondern ernstgenommen und auch als Bereicherung gesehen;
denn in der Regel ist nicht der Konflikt das Problem – Konflikte gibt es überall, sondern der destruktive Umgang mit den Lösungsversuchen.

Im Unterschied zu anderen Formen der Konfliktregelung wie Schlichtern, Schiedsspruch, gerichtliche Klärung usw. wird bei der Mediation die Lösung oder Reglung eines Konfliktes von den beiden Streitenden selbst gefunden, d.h. mit aktiver, gesprächsführender Hilfe eines neutralen Drittens erarbeitet.
Eine der entscheidenden Grundannahmen dabei ist, dass die Konfliktpartner als Direktbeteiligte am ehesten die beste Lösung für ihr Problem finden können. Wobei Partner sich nicht auf zwei Personen  beschränken muss, es kann sich auch um ganze Gruppen handeln. Gegenüber den meistern konventionellen, macht – und rechtsförmigen Methoden der Konfliktbearbeitung bedeutet Mediation geradezu einen Fortschritt an Humanität und Zivilisation.

 

Geschichte  

Das Verfahren wurde vor etwa 30 jahren von den amerikanischen Quaekern im Rahmen ihrer Friedensarbeit entwickelt und erfreut sich immer größerer Beliebtheit – in den USA und weltweit. International bedeutende Beispiele für erfolgreiche Mediationen sind der Versöhnungsprozess zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika (deKlerk/Mandela) oder auch die Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern, die in den Osloer Verträgen ihren Ausdruck fand. Auch in Deutschland gewinnt die Konfliktmeditation beständig an Bedeutung.

Sie wird z.B.  angewandt in strafrechtlichen Bereich beim Täter-Opfer- Ausgleich (TOA), im zivilrechtlichen Bereich bei Sorgerechtskonflikten nach Trennungen, im Umweltsektor und zunehmend auch im pädagogischen Bereich. In der Schule erfährt das Verfahren insofern eine interessante Bereicherung, als hier nicht nur Lehrerinnen, sondern auch Kinder und Jugendliche in seiner Handhabung qualifiziert werden.

 

Grundannahmen der Mediation

1.    Konflikt ist gesund, aber ein ungelöster Konflikt ist gefährlich

2.    Häufig resultiert ein Konflikt eher daraus, dass die Partein nicht wissen, wie sie ein Problem lösen können, als dass sie ihn nicht lösen wollen.

3.    Die an einem Streit Beteiligten können grundsätzlich bessere Entscheidungen über ihr Leben treffen als  eine  Autorität von außerhalb – wie etwa einen Schiedsrichter.

4.    Menschen treffen vollständigere und deshalb bessere Entscheidungen, wenn sie die Gefühle, die durch Konflikte entstanden sind, bewusst wahrnehmen und in die Entscheidungen integrieren, ohne dass sie die rationalen Belange überwältigen.

5.    Verhandlungen sind eher erfolgreich, wenn die Streitpartein ihre Beziehungen nach dem Streit fortsetzen müssen, als wenn sie danach keine Beziehung mehr zueinander haben.

6.    Die Beteiligten einer Übereinkunft halten sich eher an die Bestimmunen, wenn sie selbst für das Ergebnis verantwortlich sind und den Prozess, der zur Übereinkunft geführt hat, akzeptieren.

7.    Der neutrale, vertrauensvolle und nicht –therapeutische Charakter der Mediationssitzung ermutigt, daran teilzunehmen.

8.    Die in der Mediation erlernten Verhandlungsfähigkeiten sind nützlich, um zukünftige Konflikte zu lösen. 

aus den Unterlagen meiner Ausbildungsleiterin:

    Jutta Groth,                                                                               

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