Torball
- ein einzigartiger Ballsport für
Blinde und Sehbehinderte
(von Osman Porca)
Diese
Sportart ist der breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Deshalb möchte
ich auf jenen Mannschaftssport etwas näher eingehen.
Torball ist - wie der Name schon sagt -
ein Ballsport, der von Teams ausgeübt wird. Jedes Team besteht aus drei blinden
oder sehbehinderten SportlerInnen, wobei das Tragen einer lichtundurchlässigen
„Brille“ obligat ist, um Chancengleichheit herzustellen. Zwei Wechselspieler
pro Mannschaft sind zulässig. Das Spielfeld ist 16 Meter lang und 7 Meter
breit. Jede Mannschaft versucht, den klingelnden Ball rollend im gegnerischen
Tor unterzubringen bzw. kein Tor zu bekommen. Das Tor entspricht der Breite des
Spielfeldes. Im mittleren Drittel des Spielfeldes sind in 40 cm Höhe drei mit
Klingeln ausgestattete Bänder quer über das Spielfeld gespannt, die der Ball
nicht berühren darf. Falls doch, so ist nicht nur der Schuss ungültig, sondern
dies gilt auch als Regelverstoß, der geahndet wird. Diese Regel dient dazu, um
den Ball „am Boden zu halten“, da ja ein „fliegender“ Ball von den Spielern
nicht gehört werden könnte.
In den letzten Jahren ist es in Wien um
diesen Sport sehr ruhig geworden. Vor mittlerweile zwei Jahren fanden sich
einige Personen zusammen und starteten eine neue Initiative zur Ausübung dieses
einzigen Mannschaftssportes für Blinde. Nach einigen Trainingseinheiten hatten
wir zwei Herren- und eine Damenmannschaft beisammen und trainierten für die für
November 1998 angesetzten Staatsmeisterschaften.
Dort zahlten wir Lehrgeld und belegten
bei den Herren die Plätze 7 und 8 und bei den Damen Platz 3.
Nach dieser sehr lehrreichen
Meisterschaft bestritten wir einige Turniere in Österreich und dem benachbarten
Ausland, wo wir uns kontinuierlich steigern konnten.
Graz Platz
11 und 12
Linz Platz 8
Damenturniere
werden leider international nicht oft ausgetragen.
Bei der Österreichischen
Staatsmeisterschaft 1999 war unser spielerisches Niveau schon viel höher, und
wir konnten bei den Damen den Vizestaatsmeistertitel erreichen. Die Herren
belegten die Plätze 6 und 8.
Im Jahre 2000 bestritten wir auch schon
einige Turniere, bei denen unsere Herren in Magdeburg den 6. Platz erreichten.
Die Damen hingegen errangen dort Platz 2. In Lienz, Wolfurt und Salzburg
belegten die Herren Plätze zwischen 4 und 10.
Es ist zu hoffen, dass der Aufschwung
des Torballsportes in Wien so weiter geht. Wir sind am richtigen Weg, um national
mithalten zu können.
Die Beschickung von Turnieren ist
natürlich mit gewissen Kosten verbunden. Aber nur mit viel Spielpraxis bei
Turnieren ist eine kontinuierliche Steigerung möglich.
Bei der Staatsmeisterschaft im November
2000 konnte die erhoffte weitere Verbesserung des Spielniveaus auch tatsächlich
unter Beweis gestellt werden. Zwei Herren- und eine Damenmannschaft des VSC
ASVÖ-Wien nahmen daran teil. Während es bei den Damen relativ einfach war, den
zweiten Platz des Vorjahres unter insgesamt nur vier Mannschaften zu
verteidigen, hingen die Trauben für die Herrenteams etwas höher. Die zehn
teilnehmenden Teams wurden in zwei Fünfergruppen gesetzt. Das Team VSC
ASVÖ-Wien I stieg als Gruppensieger ungeschlagen in die Zwischenrunde auf,
verlor dort zwar die Spiele gegen VBSC I und VSK Graz, sicherte sich mit einem
vollen Erfolg gegen BSSV
Salzburg den Einzug ins Halbfinale.
Nach einer knappen 3:4-Niederlage gegen den späteren Staatsmeister BSSV
Salzburg nach einem spannenden Match, das sogar in die Verlängerung gegangen
war, gelang als toller Abschluss des Turniers im Spiel um den 3. Platz gegen
VSK Graz, dem Staatsmeister der letzten drei Jahre, ein 3:1-Erfolg. Die
Mannschaft VSC ASVÖ-Wien II erreichte den 9. Platz. Die Früchte des
konzentrierten Trainings und der mannschaftlichen Konsolidierung konnten somit
bereits nach zwei Jahren geerntet werden. Gleichzeitig sollte dieser Erfolg
auch Ansporn für die Zukunft für alle Torballbegeisterten sein.
Im Jubiläumsjahr 2001 wird der VSC
ASVÖ-Wien erstmals ein internationales Torballturnier in Wien veranstalten, das
diesem schönen Sport sicherlich neue wichtige Impulse geben wird.