Idee und Regeln des Faustballsports
 
Das FAUSTBALL - Spiel zählt zu den sogenannten Rückschlagspielen. Zwei Mannschaften mit je fünf Spielern stehen sich auf einem 20 x 50 m großen Spielfeld (Halle 20 x 40 m), getrennt durch ein in zwei Meter Höhe gespanntes Netz gegenüber. Grundidee ist es, den luftgefüllten Hohlball in der gegnerischen Hälfte so zu plazieren, daß der Gegner diesen nicht erreichen kann. Der Ball wird mit der FAUST oder mit dem Arm geschlagen.

Die wesentlichen Faktoren des Regelwerkes sind hier in Kurzfassung wiedergegeben.

FAUSTBALL ist sowohl eine Feld- (Feldgröße 20 x 50 m) als auch eine Hallensportart (Feldgröße 20 x 40 m). Das Feld ist durch eine Mittellinie getrennt, worüber in zwei Meter Höhe ein sechs Zentimeter breites Netz an zwei feststehende Pfosten gespannt ist. Drei Meter von der Mittellinie entfernt ist die Angabelinie markiert.

Der Spielball ist ein Hohlball mit einem Gewicht vor Spielbeginn von 320 - 380g, einem Umfang von 62-68 cm, und einem Druck von 0,55 - 0,75 bar.

Eine Mannschaft besteht aus fünf Spielern und drei Auswechselspielern, die bei Spielunterbrechung oder bei Angaberecht beliebig oft ausgewechselt werden können.

Gespielt wird nach Sätzen bis 20 Punkte (zwei Punkt Differenz, max. 25:24). Ein Spiel ist gewonnen, wenn eine Mannschaft drei Sätze für sich entschieden hat.

Der Spielgang beginnt mit der Angabe und endet mit dem ersten darauffolgenden Fehler. Der Ball darf von jeder Mannschaft dreimal direkt oder indirekt (mit einem Bodenkontakt) gespielt werden. Beim Überschlag über das Netz muß der Ball im gegnerischen Feld den Boden berühren, oder einen Gegenspieler. Zwei- oder mehrmaliges Berühren des Bodens oder Berührung des Netzes gelten ebenso wie ins >>Aus<< geschlagene Bälle als Fehler.

Geschichte des Faustballsportes
 
Von uns allen bekannten Spielen gehört Faustball mit zu den ältesten. Schon der Dichter Plautus (3. Jhdt. v. Chr.) erwähnte zuweilen einen "Follis pugilatorius", d.h. einen mit der Faust geschlagenen großen Ball und eine uns erhaltene römische Gedenkmünze des Kaisers Gordanius III um 240 n. Chr. zeigt drei Männer mit wuchtigen Faustbällen.

Die älteste genaue Beschreibung des Faustballspieles und seiner Regeln stammt von Antonio Scaino, der sie 1555 in Venedig niederschrieb. Danach traten zum "Ballonspiel", dem Volksspiel der Italiener, auf jeder Seite drei Spieler einander entgegen. Man spielte auf einem Platz von 90 x 20 Meter, der durch ein gespanntes Band oder durch eine Linie am Boden geteilt war und benutze einen Ball von 36cm Durchmesser und über einem Kilogramm Gewicht. Der sehr stark aufgepumpte Ball war mit einer Lederhülle gepanzert.

Natürlich konnten Schläge mit einem solchen Ball nicht mit bloßem Arm ausgeführt werden. Die Spieler steckten deshalb ihren Arm in einen bis zu zwei Kilo schweren hölzernen Schutzärmel, "Bracciale" genannt, der sogar mit Spitzhöckern versehen und durch einen Griff festgehalten wurde. Auch Goethe beschreibt den Besuch eines solchen Spieles am 16. September 1786 in Verone in seiner "Italienischen Reise".

Die Geschichte des internationalen Faustballsportes begann am 3. August 1937 mit einem Drei-Länderkampf zwischen Südmähren, Österreich und Deutschland. Das erste offizielle Länderspiel bestritten Österreich und Deutschland am 19. Juli 1953. Der Internationale Faustballverband wurde am 30. Jänner 1960 in Frankfurt gegründet. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1968 mit Faustballern aus acht Ländern in Österreich statt.

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