Vereinsgeschichte


Der UBC Mattersburg ist einer der traditionsreichsten Basketball-Clubs Österreichs und der älteste Basketball-Verein des Burgenlandes.


Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Mattersburg diese Sportart ausgeübt und als dann 1949 die Österreichische Turn- und Sportunion Mattersburg gegründet wurde, bildete Basketball eine Sektion des neuen Vereins. Männer der ersten Stunde waren Edmund Zimmermann und Anton Ehrenreich. Zum ersten Sektionsleiter wurde Wilhelm Bauer gewählt.
Im Jahr 1951 erreichte die Jugendmannschaft sensationell den 2. Platz bei den Union-Bundeskampfspielen in Wien. Diese durchwegs aus Gymnasiasten bestehende Mannschaft stand unter der Leitung des Turnlehrers Walter Bauer.
1954 wurde der Niederösterreichisch-Burgenländische Basketball Verband gegründet. Einer der sechs Gründungsvereine war der UBC Mattersburg. 1954 gelang der Herrenmannschaft auch der Landesmeistertitel. Zu dieser Zeit fanden die Wettspiele auf einem Freiplatz neben der Union-Tennis-Anlage statt.
Im Jahr 1957 mußte der Wettspielbetrieb vorübergehend eingestellt werden, weil kein geeigneter Spielplatz zur Verfügung stand. Aber bereits 1958 nahm Mattersburg wieder an der Niederösterreichisch-Burgenländischen Meisterschaft teil. Ein Jahr später gelang der 2. Platz. Anschließend folgte abermals eine Wettkampfpause.
1960 übernahm Paul W. Strobl die Leitung der Sektion von Willi Bauer. Unterstützt wurde er von Herwig Mayer und Willibald Gschiel ­ dieses Trio bildete auch auf Jahre hinaus das Gerüst des UBC Mattersburg. Bis 1970 ­ in diesem Jahr übersiedelte P.W. Strobl nach Wien, Willibald Gschiel wurde neuer Sektionsleiter ­ gelang es, den UBCM vom BG/BRG Mattersburg etwas unabhängiger zu machen. Das heißt, es waren nicht mehr ausschließlich Schüler des Gymnasiums, die im Verein spielten.
In den Anfangsjahren ­ als Basketball im Burgenland noch nicht sehr populär war ­ machte Mattersburg auch mehrmals Exhibitionsspiele in Orten, in denen es zu dieser Zeit kein Basketballteam gab. So wurden durch solche Begegnungen nicht zuletzt Rechnitz, Oberschützen, Pinkafeld oder Horitschon zur Teilnahme an der Landesmeisterschaft animiert.
1965/66 wurde die Union Mattersburg Landesmeister und zum ersten Mal gab es den Versuch, in die Basketball-Staatsliga aufzusteigen. Dies mißlang aber beim Aufstiegsturnier in Salzburg. Der nächste Landesmeistertitel gelang 1968, weitere folgten 1972 und 1973 bereits im neugegründeten (1971) Burgenländischen Basketball Verband, in dem Leopold Gruber (der heutige Finanzreferent) als Rechts- und Strafreferent (bis 1977) tätig war.
1973 übergab Sektionsleiter Willibald Gschiel den Verein an zwei Jung-Funktionäre: Anton Pinezich (18 Jahre) und Erwin Mach( 19 Jahre) übernahmen die Leitung der Union Mattersburg, die damals aus genau acht Mitgliedern (den Spielern: Leopold Gruber, Willi Gschiel, Erwin Mach, Herwig Mayer, Robert Mayer, Gerhard Muhr, Anton Pinezich, Gottfried Riedl) bestand. Sie fanden in den Firmen Installationen Lindauer und Radio Aufner die ersten Sponsoren des Vereins. Als neuer Name wurde ²UBC Mattersburg² ins Vereinsregister eingetragen.
1975, 1978 und 1979 gelangen weitere Landesmeistertitel. In der Zwischenzeit gab es neben der Kampfmannschaft eine zweite Herrenmannschaft, außerdem wurden eine Schüler- und eine Jugendmannschaft installiert.
Bei einem Trainingslager im Jahr 1977 kam es zu ersten Kontakten mit dem Internationalen Fritz Miklas ­ fünf Jahre später übernahm der 50fache Nationalteamspieler den UBC Mattersburg als Spielertrainer. Zudem kehrte Christoph Pinezich nach zweijährigem Gastspiel bei A-Liga-Verein Tyrolia Wien nach Mattersburg zurück. Mit den beiden Zugängen gelang auf Anhieb der Landesmeistertitel (1983) und der Sieg beim Qualifikationsturnier für die Bundesliga B ­ zudem schafften die Damen den ersten (und bisher einzigen) Landesmeistertitel. Nicht zuletzt wegen der Bundesliga-Zugehörigkeit und wegen des umfangreichen Aufgabengebietes beim Verein (in Mattersburg spielten bereits acht Teams) legte Anton Pinezich nach vierjähriger Tätigkeit das Melde-und Beglaubigungs-Referat im BBV zurück, er übernahm aber gemeinsam mit Stefan Reimann (der von Union Eisenstadt nach Mattersburg gewechselt war) das Pressereferat.
Bereits im ersten Jahr machte Mattersburg in der Bundesliga B eine exzellente Figur. Als Dritter des Grunddurchganges nahm der UBCM am Mittleren Play-Off teil, dort wurde aber als Vierter der Aufstieg in die höchste Spielklasse um einen Platz verpaßt. Mit dem Ergebnis das zehntbeste Team in Österreich zu sein, war aber der ganze Verein zufrieden. Ein Jahr später wurde Mattersburg in der B-Liga Zweiter, anschließend wurde das Mittlere Play-Off gewonnen und damit stand wieder ein burgenländischer Verein in der obersten Spielklasse.
Für die Basketball Bundesliga A wurde in Raiffeisen ein neuer Generalsponsor gefunden. Die Mannschaft, in der neben sieben Mattersburgern (Heinz Fischl, Hannes Fröhlich, Robert Kurz, Peter Mayer, Wolfgang Mayer, Anton Pinezich, Christoph Pinezich) noch ein Eisenstädter (Stefan Reimann) ein Güssinger (Reinhard Koch), drei Wiener (Fritz Miklas, Karl Prankl, Fritz Urbik) und ein Amerikaner (Craig Nance) spielten, wurde im Grunddurchgang der A-Liga zwar nur Letzter (Platz 9), im Mittleren Play-Off wurde aber mit Platz 3 der
Klassenerhalt gesichert.
Als daraufhin Fritz Miklas (der für eine Periode auch die Funktion eines Vizepräsidenten im BBV ausübte) den Verein verließ (er wurde Trainer in Innsbruck) kam der Austro-Amerikaner Mike Maloy als Spielertrainer. Der Abgang von Miklas, der sich im Nachwuchsbereich sehr stark engagiert hatte, brachte einige Umschichtungen: so kümmerte sich Maloy in erster Linie um die älteren Jahrgänge, Christoph Pinezich übernahm die Schüler und wurde mit ihnen auf Anhieb Dritter der Österreichischen Meisterschaften in Innsbruck. Mit Mike Maloy, den
Sektionsleiter Anton Pinezich beim Coaching der Spiele unterstützte, gelang Mattersburg der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte: 1987 wurde der UBCM Dritter des Grunddurchganges, Vierter im Meister Play-Off und Vierter im Super Play-Off. Damit war Mattersburg als erster Sportverein des Burgenlandes für den Europacup qualifiziert.
Im Korac-Bewerb war dann zwar gleich in der 1. Runde gegen den CSSR-Spitzenclub NK Ostrava Endstation, in der Meisterschaft landete Mattersburg aber erneut im Spitzenfeld (Platz 5 im Grunddurchgang, Platz 6 im Meister Play-Off) Zudem erreichte die Schülermannschaft den 2. Platz bei den Österreichischen Meisterschaften. Erfolgreich schnitt der Nachwuchs auch beim Schulmilchcup ab: Das Team des BG/BRG Mattersburg (es bestand ausschließlich aus Spielern des UBCM), holte nach Silber im Jahr 1987 (unter der Leitung von Prof. Walter Bauer) ein Jahr später die erste Goldmedaille für das Burgenland im Schulmilchcup (unter der Leitung von Prof. Gerd Spath).
Auch 1989 stand der UBCM im Europacup. Erneut wurde der 4. Platz in der Meisterschaft erreicht. Zudem belegte zum ersten Mal eine Mannschaft aus dem Burgenland Platz 1 bei einer Österreichischen Basketball-Meisterschaft: das Jugendteam gewann die Goldmedaille. In dieser Mannschaft spielten: Harald Fuchs, (später Bundesliga) Mario Glocknitzer (BL), Gernot Grath, Wolfgang Krutz (BL), Christian Lorger, Bernhard Mayer (BL), Georg Pöpperl, Martin Rupp, Anton Steiger (BL), Peter Steiger (BL) und Gerald Vogler (BL).
Bis 1991 gehörte anschließend der UBCM zu den Top-Teams in Österreich, schaffte erneut die Qualifikation für den Europacup und konnte sich dazu mit verschiedenen Nachwuchsmannschaften bei Österreichischen Meisterschaften im Spitzenfeld plazieren.
1992 erfolgte dann der bittere Abstieg in die Bundesliga B. Christoph Pinezich übernahm das Coaching einer blutjungen Mannschaft, in der neben zwei US-Amerikanern (Richard Lucas und Keith Reynolds) ausschließlich Spieler aus den Mattersburger Nachwuchsteams standen. In den beiden folgenden Jahren schlug sich das junge Team in der B-Liga recht gut. 1994 wurde der Meistertitel in der B-Liga gewonnen, zum Aufstieg in die A-Liga fehlte aber das notwendige Glück ­ in der entscheidenden Phase verletzte sich der Amerikaner Brett Coffey.
1994 erfolgte dann der Abschied der Pinezich-Brüder. Auf Christoph Pinezich folgte wieder Mike Maloy als Coach, die Leitung des Clubs übernahmen Paul W Strobl als Manager und Hans Vogler als Geschäftsführer. Mit Mike Maloy gelang auf Anhieb (1995) der Wiederaufstieg.
Seither ist Mattersburg ständiger Bestandteil der höchsten Spielkasse. Nachfolger von Mike Maloy als Trainer wurde 1995 das Duo Jimmy Blake und Christian Haselbacher, das noch in der gleichen Saison von Peter Wolf und Sandor Geller abgelöst wurde. Vier Trainer in einer Saison ­ damit wurde nur der Klassenerhalt geschafft. 1996 ging eine völlig neu gebildete Mannschaft mit einem neuen Trainer in die Meisterschaft. Der US-Amerikaner Richard Brooks konnte sich mit seinem Team als Fünfter des Grunddurchganges für das Viertelfinale qualifizieren, dort war mit viel Pech (Verletzung von Roman Krämer) gegen Möllersdorf Endstation.
Auf Richard Brooks folgte Frank Kerns ­ er ist in den USA eine Trainer-Legende. Kerns war 20 Jahre lang in der ersten College-Liga im Einsatz, in der Rangliste aller Coaches lag er bei seinem Abgang auf Platz 43 (!!!). Kerns holte als erste Maßnahme Christoph Pinezich als Assistant-Coach zurück. Im Korac-Cup schied Mattersburg gegen den kroatischen Top-Club Benston Zagreb aus. In der Meisterschaft gelang Platz 5, im Viertelfinale scheiterte der UBCM mit 2:3 an Möllersdorf. In der Saison 1998/99 scheiterte der UBCM im Korac-Cup am belgischen Spitzenverein Aalst, in der Meisterschaft wurde Mattersburg Siebenter, als Erster des Mittleren Play-Off-Bewerbes war aber die Qualifikation für A-Liga und für das Viertelfinale geschafft. Dort kam gegen Kapfenberg mit 0:3 das Aus. Die Unter-16-Mannschaft belegte beim Final-Four-Turnier um die Österreichische Meisterschaft den 4. Platz.
In der folgenden Saison mußte Mattersburg als Zehnter in das Mittlere Play-Off, dort wurde nur knapp der Viertelfinalplatz verpaßt. Im Österreichischen Cup schied Mattersburg beim Final-Four-Turnier in Wiener Neustadt im Semifinale gegen Kapfenberg aus. Neuer Generalsponsor wurde die UNIQA-Versicherung, der volle Vereinsname lautet seither: UBC UNIQA Mattersburg-49ers.
In der Saison 2000/2001 verhinderte wieder einmal viel Verletzungspech größere Erfolge. Als Achter des Grunddurchganges gewann der UBCM das Mittlere Play-Off, gegen Vienna ging dann das Viertelfinale mit 1:3 verloren. Im Cup konnte Mattersburg wieder in das Final-Four-Turnier einziehen, gegen den späteren Sieger Traiskirchen schieden die 49ers erst nach Verlängerung aus. Das Unter-16-Team erreichte das Viertelfinale um die Österreichische Meisterschaft: In einer Gruppe mit den beiden späteren Finalisten reichte es aber nach zwei
hauchdünnen Niederlagen nur zu Platz 3. Die Unter-18-Mannschaft dagegen belegte den 4. Platz beim Final-Four-Turnier in Mattersburg.
Die Saison 2001/2002 sollte die erfolgreichste Saison der 49ers werden. Mit dem neuen Coach Raoul Korner und den sowohl spielerisch als auch persönlich herausragenden Kanadiern Joey Vickery, Eric Butler und Richard Anderson konnte mit dem Cupsieg erstmals ein nationaler Titel geholt werden. In der Meisterschaft scheiterten die 49ers erst im Semifinale an den Fürstenfeld Panthers (mit Frank Kerns als Coach).